IMG_2772.PNGvon Marcel Schreiner. Sie hatten nicht geplant, ein komplettes Fußballspiel zu absolvieren – weder Timo Reichert noch Roberto de Simone. Bei der Partie ihres TSV Schönau beim Polizei Sportverein Mannheim wurde auf die Planung des zweiten Vorsitzenden Reichert und des Trainers de Simone jedoch keine Rücksicht genommen. Der Coach führte sein Team notgedrungen als Kapitän aufs Feld, statt von der Seitenlinie aus Kommandos zu geben, der zweite Vorsitzende bewies Kampfgeist in der Verteidigung, kassierte eine gelbe Karte und brachte mit seinem Team mit einem Vorstoß sogar einen Freistoß aus sehr guter Position ein. Grund dafür war wieder einmal eine Verkettung unglücklicher Umstände: einige Stammspieler hatten sich bereits seit längerem für die Partie entschuldigen lassen, einige Spieler waren weiterhin gesperrt – man bereitete sich auf ein Spiel mit maximal drei Auswechselspielern vor. Am Spieltag gab es dann die böse Überraschung: mehrere kurzfristige Ausfälle durch Krankheit, die nicht eingeplanten de Simone und Reichert musste herhalten. So konnte der TSV immerhin mit elf Spielern auflaufen und eine nummerische Überlegenheit der Hausherren verhindern.

Im ersten Spielabschnitt sah es indes zunächst so aus, als könnte der PSV II die Notsituation der Gäste nutzen und bis auf einen Punkt an den Vorletzten heranrücken. Bereits nach sechs Minuten zappelte das Spielgerät hinter Schönaus Schlussmann Simon Bähr im Netz, Sinan Altunas traf nach einem langen Ball aus abseitsverdächtiger Position. Doch der TSV steckte nicht auf, wollte es jetzt erst recht wissen. Mit guten Kombinationen versuchten sie vorerst erfolglos für Torgefahr zu sorgen. Nach 20 Spielminuten tankte sich Ahmet El Sammouri auf der linken Seite gegen mehrere Gegenspieler durch und spielte in die Mitte auf den eingerückten Ufuk Akyol. Der verpasste wenige Meter vor dem PSV-Gehäuse zwar den Ball, zog aber die gesamte Hintermannschaft der Gastgeber auf sich, sodass Neuzugang Marcel Schreiner völlig ungedeckt zum Schuss kam. Keeper Christopher Harris war gegen den Schuss aus kurzer Distanz gegen die Laufrichtung machtlos – die Schönauer schöpften wieder Hoffnung. Mit Vollgas ging der TSV auf die Abwehrreihe, die unsicher wirkte und den Ball schnellstmöglich auf Abwehrchef Zeynel Yücel passte. Der behielt jedoch die Nerven und klärte ein ums andere Mal bevor es gefährlich werden konnte. Es blieb bis in die Schlussviertelstunde eine ausgeglichene Partie, die sich häufig im Mittelfeld abspielte, dann mobilisierten die elf Schönauer die letzten Kraftreserven. Ahmed El Sammouri kam in dieser Phase mehrmals nahe ans PSV-Tor, musste dann per Foul gestoppt werden. Der Freistoß von Jipril El Sammouri knapp fünf Minuten vor dem Ende landete über dem Querbalken, drei Minuten später machte es Leon White vom Punkt aus besser. Nach einem Foul von PSV-Torhüter Harris an den umtriebigen Ahmed El Sammouri ertönte die Pfeife, White verlud im Anschluss den Torhüter und entschied die Partie zu Gunsten des ersatzgeschwächten Vorletzten, der damit auf Rang sieben springt.